Eurasischer Gimpel: Merkmale, Lebensraum & Gartentipps

von/ durch TeamBirdfy auf Jul 22, 2026
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    In den winterlichen Wäldern Europas und Asiens kann ein kleiner rosafarbener Lichtblick zwischen den kahlen Ästen einen dazu bringen, innezuhalten. Dabei handelt es sich fast immer um den Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), einen rundlichen, sanftmütigen Finken, der für die leuchtende Brustfärbung der Männchen und sein scheues, zurückhaltendes Verhalten bekannt ist.

    Wenn Sie sich fragen, wie man einen Gimpel erkennt, was er frisst, wo er lebt oder wie man ihn in den eigenen Garten locken kann, finden Sie in diesem Leitfaden alles, was Sie wissen müssen – sowie praktische Tipps, wie Sie ihn aus nächster Nähe beobachten können, ohne ihn zu stören.

    Eurasian Bullfinch

    Quick Answer

    Der Eurasische Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) ist ein kleiner, gedrungen wirkender Fink. Besonders auffällig ist das Männchen mit seiner leuchtend karminrosa gefärbten Brust und den ebenso gefärbten Wangen, der schwarzen Kopfkappe, dem schiefergrauen Rücken und dem strahlend weißen Bürzel. Sein kräftiger, kegelförmiger Schnabel ist ideal zum Knacken von Samen geeignet. In Deutschland ist der Gimpel in Wäldern, Parks und Gärten weit verbreitet. Mit einem Bestand von 140.000–270.000 Brutpaaren gilt er als nicht gefährdet und zeigt in vielen Regionen stabile oder leicht zunehmende Bestände (NABU/DDA, 2025).

    Wie man einen Gimpel erkennt

    Der Gimpel ist einer der Finken mit dem stärksten Geschlechtsdimorphismus: Männchen und Weibchen sehen unterschiedlich aus, doch beide sind auffällig.

    Männlicher Gimpel

    Das Männchen ist sofort an folgenden Merkmalen zu erkennen:

    Male Eurasian Bullfinch
    • Leuchtend karminrosa gefärbte Brust und Wangen
    • Glänzend schwarze Kopfkappe
    • Schiefergrauer Rücken sowie schwarze Flügel und Schwanzfedern
    • Strahlend weißer Bürzel, der im Flug deutlich sichtbar ist
    • Kräftiger, kegelförmiger schwarzer Schnabel zum Knacken von Samen

    Weiblicher und junger Gimpel

    Females Eurasian Bullfinch

    Die Weibchen haben dieselbe Form und Größe, weisen jedoch eine hellere, staubige pfirsichbraune oder graurosa Brust auf. Jungtiere ähneln den Weibchen, haben jedoch keine schwarze Kappe und einen schlichten, bräunlichen Kopf.

    Juvenile Eurasian Bullfinch

    Alle Gimpel besitzen:

    • Einen gedrungenen, rundlichen Körper
    • Einen kurzen, kräftigen Hals
    • Einen kurzen, leicht eingekerbten Schwanz
    • Einen langsamen, wellenförmigen Flug, der häufig als „schmetterlingsartig“ beschrieben wird

    Größe und Wissenswertes über den Gimpel

    Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Messwerte und Brutdaten des Gimpels zusammen.

    Merkmal Metrisches System Imperiales System
    Körperlänge 14,5–16,5 cm 5,7–6,5 Zoll
    Flügelspannweite 22-26 cm 8,7–10,2 Zoll
    Gewicht 21-27g 0,74–0,95 Unzen
    Übliche Gelegegröße 4-5 Eier 4-5Eier
    Brutdauer 14-16 Tage 14-16 Tage
    Nestlingszeit bis zum Ausfliegen 15-16.5 Tage 15-16.5 Tage

    Wo leben Gimpel? (Lebensraum & Verbreitung)

    Der Gimpel bevorzugt Wälder der gemäßigten Klimazone sowie strauchreiche Waldränder. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Westeuropa über Russland bis nach Japan sowie in Teile Nordafrikas und des Kaukasus.

    Global range of Eurasian Bullfinch

    In Deutschland ist der Gimpel ein weit verbreiteter Brut- und Jahresvogel. Er besiedelt junge Nadel- und Mischwälder, Parks, Friedhöfe, große Gärten und gehölzreiche Feldränder. Besonders attraktiv sind Gebiete mit dichtem Unterholz und vielen beerentragenden Sträuchern wie Eberesche, Weißdorn, Schlehe und Stechpalme. Im Winter nähern sich die Vögel häufiger menschlichen Siedlungen und Gärten.

    Europe range of Eurasian Bullfinch

    Im Gegensatz zu vielen anderen Finken sind Gimpel meist paarweise oder in kleinen Familiengruppen unterwegs. Sie sind weitgehend standorttreu; nur Jungvögel und einige Weibchen unternehmen gelegentlich kurze Wanderungen.

    Was fressen Gimpel? (Ernährung nach Jahreszeiten)

    Der Gimpel ernährt sich hauptsächlich von Samen, doch seine Ernährung ändert sich je nach Jahreszeit deutlich.

    Nahrung im Frühling- und Sommer

    • Baumknospen, Blüten und junge Triebe
    • Insekten wie Raupen und Blattläuse als wichtige Proteinquelle für die Jungvögel
    • Samen von Wildkräutern und Gräsern
    Eurasian Bullfinch Eat

    Bei Obstbauern sind Gimpel dafür bekannt, im zeitigen Frühjahr die Knospen von Kirsch-, Birn- und Pflaumenbäumen zu fressen. Aus diesem Grund galten sie früher als „Schädlinge“ im Obstbau. Heute stehen sie jedoch gemäß dem britischen Wildlife and Countryside Act 1981 unter gesetzlichem Schutz.

    Nahrung im Herbst- und Winter

    In den kälteren Monaten ernähren sie sich vor allem von:

    • Samen von Eschen, Ulmen, Birken und Brennnesseln
    • Früchten von Ebereschen, Weißdorn und Zwergmispeln sowie Hagebutten
    • Samen aus den Beeren heimischer Sträucher

    Eine Besonderheit des Gimpels ist eine kleine Tasche am Grund der Mundhöhle, in der er Nahrung vorübergehend speichern kann. Dadurch kann er die im Winter knappen Nahrungsquellen besonders effizient nutzen.

    Brutzeit, Nestbau und Lebenszyklus des Gimpels

    Gimpel sind scheue, ruhige Vögel, die häufig erst beim Auffliegen bemerkt werden. Ihr Kontaktruf ist ein leiser, melancholisch klingender Pfeifton – ein einfaches, abfallendes „piüü“ oder „phü“. Oft ist dieser Ruf zu hören, bevor der Vogel selbst entdeckt wird.

    Da Gimpel scheu sind und sich meist in dichtem Gebüsch aufhalten, fällt es vielen Gärtnern schwer, sie aus der Nähe zu beobachten, ohne ihnen zu nahe zu kommen und sie zu stören.

    Die Brutzeit dauert etwa von April bis Juli. Gimpel leben monogam und bleiben häufig ein Leben lang mit demselben Partner zusammen. Das sorgfältig gebaute, napfförmige Nest besteht aus Zweigen, Wurzeln und Moos und wird mit feinen Haaren und Federn ausgepolstert. Es befindet sich meist gut verborgen in einem dichten Strauch, einem Nadelbaum oder einer dicht verwachsenen Hecke und ist dadurch vor Fressfeinden geschützt.

    Eurasian Bullfinch Breeding

    Eier und die Entwicklung der Küken:

    • Das Weibchen legt vier bis fünf blassblaugrüne Eier mit rötlichen Sprenkeln.
    • Es bebrütet die Eier 14 bis 16 Tage lang allein, während das Männchen es mit Nahrung versorgt.
    • Beide Eltern füttern die Jungvögel, die nach etwa 15 bis 16,5 Tagen flügge werden.
    • Gimpel ziehen gewöhnlich zwei Bruten pro Jahr auf, gelegentlich auch drei.

    Die meisten geschlechtsreifen Gimpel werden etwa zwei Jahre alt. Beringungsdaten des BTO belegen jedoch ein Höchstalter von etwas mehr als neun Jahren. Da Gimpel jedes Jahr wenige Jungvögel aufziehen, erholen sich ihre Bestände nach einem Rückgang nur langsam.

    Wie locken Sie Gimpel in Ihren Garten?

    Gimpel in den eigenen Garten zu locken, kann besonders reizvoll sein. Dafür ist es jedoch wichtig, ihre Vorlieben zu kennen.

    Herkömmliche hängende Futterspender mit Sonnenblumenkernen können Gimpel zwar anziehen, die Vögel bevorzugen jedoch flache, offene Futterplattformen oder Futtertabletts. Dort können sie bequem sitzen und gezielt ihre bevorzugte Nahrung auswählen.

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    Bieten Sie eine Mischung aus schwarzen Sonnenblumenkernen, Nigersaat und geschälten Sonnenblumenkernen an. Auch gehackte Erdnüsse und Trockenfrüchte wie Rosinen und Korinthen werden gerne angenommen. Noch nachhaltiger ist es, beerentragende Gehölze wie Weißdorn, Eberesche und Zwergmispel zu pflanzen. Sie bieten den Vögeln das ganze Jahr über natürliche Nahrung und geschützte Rückzugsorte.

    Naturschutz und warum er wichtig ist

    Der Gimpel ist weltweit nicht gefährdet und wird auf der Roten Liste der IUCN als „nicht gefährdet“ (Least Concern) eingestuft. In Deutschland gilt die Art ebenfalls als nicht gefährdet mit einem stabilen bis leicht zunehmenden Bestand von 140.000–270.000 Brutpaaren.

    Eurasian Bullfinch

    Zu den größten Bedrohungen für Gimpel zählen:

    1. Lebensraumverlust: Die Intensivierung der Landwirtschaft sowie die Beseitigung von Hecken und Gebüschen haben das Angebot an Nistplätzen und Nahrungsgebieten deutlich verringert.

    2. Einsatz von Pestiziden: Insektizide reduzieren das Angebot an Insekten, die eine wichtige Nahrungsquelle für Jungvögel darstellen. Herbizide verringern zugleich die Vielfalt samentragender Wildkräuter.

    3. Klimawandel: Untersuchungen des BTO deuten darauf hin, dass der Verlust der strukturellen und pflanzlichen Vielfalt im Unterholz von Wäldern wahrscheinlich zum Bestandsrückgang beiträgt. Auch mögliche Veränderungen der Überlebensrate ausgewachsener Vögel könnten eine Rolle spielen.

    4. Verfolgung durch den Menschen: Früher wurden Gimpel von Obstbauern gefangen oder getötet, um Obstplantagen zu schützen. Diese Praxis wurde inzwischen weitgehend eingestellt. Heute steht die Art gemäß dem britischen Wildlife and Countryside Act 1981 unter gesetzlichem Schutz.

    Schutzmaßnahmen konzentrieren sich auf die Erhaltung strukturreicher Waldränder, Hecken und naturnaher Gärten. NABU, DDA und lokale Naturschutzverbände fördern diese Maßnahmen. Auch Gartenbesitzer können viel beitragen.

    Citizen-Science-Projekte wie die NABU-Vogelzählung (Stunde der Gartenvögel) oder das DDA-Monitoring helfen, die Bestandsentwicklung zu erfassen.

    Häufig gestellte Fragen zum Gimpel

    Was ist der Unterschied zwischen einem männlichen und einem weiblichen Gimpel?

    Das Männchen besitzt eine leuchtend karminrosa gefärbte Brust und ebenso gefärbte Wangen. Beim Weibchen sind Brust und Wangen dagegen dezenter pfirsichbraun bis graurosa gefärbt. Beide Geschlechter haben eine schwarze Kopfkappe, einen grauen Rücken und einen weißen Bürzel.

    Singen Gimpel?

    Nicht so laut und abwechslungsreich wie Nachtigallen oder Drosseln. Ihr Gesang besteht vielmehr aus einem leisen, melancholischen Pfeifton wie „piüü“ sowie aus einer Reihe tiefer, etwas rauer und zwitschernd klingender Laute.

    Sind Gimpel seltene Gartenvögel?

    In Deutschland sind Gimpel in geeigneten Gärten mit dichtem Gehölz regelmäßige, wenn auch scheue Besucher.

    Dürfen Gimpel als Haustiere gehalten werden?

    Nein. Gimpel stehen in Deutschland unter besonderem Schutz (BNatSchG und EU-Vogelschutzrichtlinie). Es ist verboten, wildlebende Vögel zu fangen oder zu halten.

    Gehen die Bestände des Gimpels zurück?

    In Deutschland sind die Bestände insgesamt stabil bis leicht zunehmend. Lokale Rückgänge können durch Lebensraumverlust entstehen.

    Fazit

    Der Gimpel ist weit mehr als nur ein leuchtender Farbtupfer in der winterlichen Landschaft. Er steht für die Schönheit heimischer Wälder und Gärten. Seine stille Eleganz, seine enge Paarbindung und seine besonderen Ernährungsgewohnheiten machen ihn zu einem der liebenswertesten Vögel in deutschen Gärten und Wäldern.

    Wer beerentragende Hecken, dichte Sträucher und naturnahe Futterplätze anbietet, kann diesen besonderen Fink regelmäßig beobachten. Jede kleine Maßnahme hilft, seine Lebensräume zu erhalten.

    Wenn Sie also an einem stillen Wintermorgen diesen sehnsuchtsvollen Pfeifton hören, schauen Sie nach oben. Vielleicht entdecken Sie einen Gimpel, ein kleines Juwel mit rosaroter Brust.