Taubenarten: Der umfassende Leitfaden zu allen Taubenrassen

von/ durch TeamBirdfy auf Sep 10, 2026
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    Quick Answer

    Tauben lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: verwilderte Haustauben, Rassetauben und Nutztauben. Weltweit sind mehr als 350 Haustaubenrassen anerkannt, unter anderem von Taubenzuchtverbänden wie der National Pigeon Association. Zu den beliebtesten Rassen zählen Pfautauben, Jakobinertauben, Kropftauben, Kingtauben, Brieftauben und Birmingham Roller. Jede dieser Rassen wurde für einen bestimmten Zweck gezüchtet – etwa für Ausstellungen, als Heimtiere, für den Taubensport oder zur Fleischproduktion.

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    Tauben gehören zu den häufigsten und am meisten missverstandenen Vögeln der Welt. In Städten werden sie oft als „Ratten mit Flügeln“ abgetan, doch tatsächlich sind sie bemerkenswert vielfältig, intelligent und historisch bedeutsam,von den Brieftauben, die in Kriegszeiten Nachrichten überbrachten, bis hin zu den farbenprächtigen Fächerstauben, die heute Ausstellungshallen zieren.

    Mit mehr als 350 anerkannten Haustaubenrassen und unzähligen verwilderten Populationen zählen Tauben zu den vielfältigsten Vogelgruppen. Dieser Ratgeber behandelt die Klassifizierung von Tauben, beliebte Rassen, die Auswahl einer geeigneten Rasse sowie die grundlegende Haltung und Pflege,sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Züchter.

    Klassifizierung von Tauben

    Um die Vielfalt der Tauben zu verstehen, ist es hilfreich, mit der Klassifizierung zu beginnen. Die Haustaube (Columba livia) ist eine Art, von der fast alle Zuchtrassen stammen. Der weiter gefasste Begriff Taube umfasst jedoch über 300 Arten aus der Familie der Columbidae, zu der auch die Turteltauben gehören. Aus praktischen Gründen werden Haus- und Wildtauben in der Regel in drei Kategorien eingeteilt:

    Feral Pigeons、Fancy Pigeons、Utility Pigeons

    1. Verwilderte Haustauben: Dabei handelt es sich um die weltweit in Städten verbreiteten Felsentauben. Sie stammen von domestizierten Haustauben ab, die wieder in die freie Wildbahn gelangt sind und sich an städtische Lebensräume angepasst haben. Durch die Vermischung verschiedener Populationen weisen sie eine große Vielfalt in Farbe und Größe auf. Auch wenn sich viele Menschen fragen, ob Tauben als Schädlinge gelten, sind verwilderte Haustauben (Stadttauben) in Deutschland nach dem Tierschutzgesetz geschützt und dürfen nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden.

    2. Rassetauben: Diese Tauben werden gezielt für Ausstellungen und als Ziertauben gezüchtet. Sie zeichnen sich durch außergewöhnliche Merkmale aus, etwa auffällige Federhauben, besondere Körperhaltungen oder charakteristische Farbmuster. Zu den bekanntesten Rassen gehören die Pfautaube, die Kropftaube und die Jakobinertaube.

    3. Nutztauben: Diese Tauben werden hauptsächlich für die Fleischproduktion oder den Taubensport gezüchtet. Dabei stehen je nach Rasse ein schnelles Wachstum, eine große Körpergröße oder ein ausgeprägter Orientierungssinn im Vordergrund. Die Kingtaube und die Brieftaube sind typische Vertreter dieser Kategorie.

    Jede dieser Gruppen hat ihren eigenen Zweck, sei es als Ziertauben, im Taubensport oder für die gewerbliche Nutzung. Innerhalb jeder Kategorie gibt es zudem zahlreiche unterschiedliche Rassen.

    Beliebte Taubenrassen

    Weltweit haben bestimmte Rassen aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften die Fantasie der Liebhaber beflügelt. Hier sind einige der bekanntesten:

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    • Pfautaube: Sie ist sofort an ihrem breiten, fächerförmigen Schwanz zu erkennen, der aus bis zu 42 Federn besteht und damit doppelt so viele wie bei gewöhnlichen Tauben aufweist. Mit ihrer stolzen, leicht gebogenen Körperhaltung ist sie besonders bei Ausstellungen beliebt. Dank ihres ruhigen und sanften Wesens eignet sie sich auch hervorragend als Haustier.
    • Jakobinertauben: Diese Tauben sind nach den Kapuzenmönchen des Dominikanerordens benannt und zeichnen sich durch eine auffällige Federhaube aus, die den Kopf vollständig umschließt und dabei die Augen und den Schnabel teilweise verdeckt. Aufgrund ihres außergewöhnlichen Erscheinungsbildes ist diese Rasse bei Züchtern besonders beliebt.
    • Kropftauben: Sie sind für ihren außergewöhnlich großen Kropf bekannt, den sie bei der Balz ballonartig aufblähen. Beim englischen Kropfer kann sich der Kropf beispielsweise im aufgeblähten Zustand fast bis zum Boden ausdehnen.
    • Kingtauben: Diese große und kräftige Nutztaubenrasse wurde in den USA gezüchtet. Sie zeichnen sich durch eine aufrechte Körperhaltung und einen kurzen Schnabel aus. Kingtauben werden hauptsächlich zur Fleischproduktion, insbesondere zur Gewinnung von Jungtaubenfleisch, gezüchtet. Aufgrund ihres ruhigen und sanften Wesens eignen sie sich jedoch auch als Haustiere.
    • Brieftauben: Sie sind für ihre bemerkenswerte Fähigkeit bekannt, selbst aus mehreren hundert Kilometern Entfernung zu ihrem Taubenschlag zurückzufinden. Sie werden im Taubensport eingesetzt und wurden früher auch zur Übermittlung von Nachrichten genutzt. Ihre außergewöhnliche Orientierungsfähigkeit und Ausdauer sind legendär.
    • Tümmlertauben: Diese Tauben sind für ihre akrobatischen Flugmanöver bekannt und führen während des Fluges Rückwärtsüberschläge und Rollbewegungen aus. Der Birmingham Roller ist der bekannteste Vertreter dieser Gruppe und besonders für seine schnellen, aufeinanderfolgenden Überschläge bekannt.

    Vergleich verschiedener Taubenrassen

    Ein Vergleich der wichtigsten körperlichen und verhaltensbezogenen Merkmale verdeutlicht diese Vielfalt:

    Rasse / Kategorie Hauptzweck Wichtigstes Merkmal Temperament Größe
    Pfautaube Ausstellung Breiter, fächerförmiger Schwanz Sanft, ruhig Mittelgroß
    Jakobinertaube Ausstellung Gefiederte Haube Sanft, scheu Mittelgroß
    Englische Kropftaube Ausstellung Stark vergrößerter Kropf Lebhaft, auffällig Groß
    Kingtaube Nutztaube / Fleischproduktion Großer, kräftiger Körperbau Sanft, gelassen Sehr groß
    Brieftaube Taubensport / Nachrichtenübermittlung Ausgeprägte Orientierungsfähigkeit Energisch, aufmerksam Mittelgroß
    Birmingham Roller Flugleistung Überschläge in der Luft Aktiv, robust Klein bis mittelgroß

    Generell sind Nutztauben meist größer und kräftiger gebaut, während bei Rassetauben das Aussehen und besondere äußere Merkmale stärker im Vordergrund stehen als die praktische Nutzung. Renn- und Brieftauben sind in der Regel schlank, sportlich gebaut und verfügen über ausgeprägte Orientierungsfähigkeiten. Verwilderte Haustauben, die häufig aus einer Mischung verschiedener Rassen hervorgegangen sind, weisen die größte Vielfalt an Merkmalen auf, da sie sich an die jeweiligen Bedingungen in städtischen Lebensräumen anpassen.

    Wie viele Taubenarten gibt es?

    Die genaue Anzahl hängt davon ab, wie man den Begriff „Typ“ definiert. Betrachtet man die gesamte Familie der Columbidae, gibt es weltweit mehr als 300 natürlich vorkommende Arten, von der farbenprächtigen Nikobarentaube bis zum ausgestorbenen Dodo, der ebenfalls zur Familie der Tauben (Columbidae) gehörte.

    Types of Pigeons

    Bei den Haustauben erkennen Organisationen wie die National Pigeon Association in den USA und ihre europäischen Pendants zusammengenommen mehrere hundert verschiedene Rassen an. Forschende schätzen die weltweite Zahl auf mehr als 350 anerkannte Rassen und regionale Varianten, wenn auch unterschiedliche Farbschläge und Unterrassen berücksichtigt werden. Verwilderte Taubenpopulationen bringen darüber hinaus unzählige weitere Kombinationen verschiedener Merkmale und Kreuzungen hervor.

    Kurz gesagt: Zählt man Hausrassen, Unterarten und Farbvarianten zusammen, gibt es weit über 350 unterscheidbare Taubenarten.

    Die Wahl der richtigen Taubenrasse

    Die Wahl der idealen Rasse hängt von Ihren Zielen, Ihrem Platzangebot und Ihrer Erfahrung ab:

    1. Den Zweck festlegen: Suchen Sie eine Taube als Haustier, für Ausstellungen, für den Taubensport oder zur Fleischproduktion? Wenn Sie eine Taube als Gefährten suchen, sind Pfautauben oder Kingtauben freundlich und unkompliziert im Umgang. Für Wettbewerbe eignen sich Brieftauben oder Tümmlertauben besonders gut. Bei Ausstellungen können Jakobinertauben oder Kropftauben mit ihrem außergewöhnlichen Erscheinungsbild überzeugen.

    2. Platz und Haltungsmöglichkeiten berücksichtigen: Größere Rassen wie Kingtauben benötigen einen geräumigen Taubenschlag mit ausreichend Bodenfläche. Kleinere Rassen wie Tümmlertauben kommen hingegen auch mit weniger Platz gut zurecht. Wenn Sie keinen Außenbereich zur Verfügung haben, sollten Sie bedenken, dass Tauben regelmäßig fliegen können . Eine kleine Voliere ist daher die Mindestvoraussetzung.

    3. Zeitaufwand einschätzen: Wettflugtauben erfordern tägliches Training und eine sorgfältige Dokumentation. Ausstellungs-Tauben müssen regelmäßig gebadet, gepflegt und auf Wettbewerbe vorbereitet werden. Haustiertauben sind pflegeleichter, müssen aber dennoch gereinigt, gefüttert und sozialisiert werden.

    4. Klimaeignung berücksichtigen: Einige Taubenrassen kommen mit Kälte oder Hitze besser zurecht als andere. Jakobinertauben können beispielsweise aufgrund ihrer dichten Federhaube in heißen und feuchten Klimazonen Probleme bekommen, wenn keine ausreichende Belüftung gewährleistet ist. Brieftauben sind dagegen robust und kommen mit den meisten klimatischen Bedingungen gut zurecht.

    5. Einsteigerfreundliche Rassen: Für Anfänger eignen sich Kingtauben, Pfautauben und Brieftauben besonders gut. Sie sind robust, ruhig und vergleichsweise unkompliziert in der Haltung, sodass sie einen guten Einstieg in die Taubenhaltung ermöglichen.

    Grundlegende Pflege für verschiedene Taubenarten

    Alle Haustauben haben zwar grundlegende Bedürfnisse, doch die Einzelheiten der Pflege unterscheiden sich je nach Rasse etwas:

    • Unterbringung und Platz: Tauben benötigen einen trockenen, zugluftfreien Taubenschlag mit Sitzstangen und Nistkästen. Für aktive Rassen wie Tümmlertauben sollte ausreichend Höhe für den Flug vorhanden sein. Bei schweren Rassen wie Kingtauben sollte darauf geachtet werden, dass Futter und Wasser leicht vom Boden aus erreichbar sind.
    • Ernährung und Futter: Eine ausgewogene Ernährung besteht aus verschiedenen Getreidearten wie Mais, Weizen, Milo und Erbsen sowie zusätzlichen Nahrungsergänzungen. Brieftauben profitieren während des Trainings von proteinreichen Futtermischungen, während Ausstellungstauben gegebenenfalls zusätzlich Fett benötigen, um die Qualität und den Zustand ihres Gefieders zu erhalten. Sauberes Trinkwasser und Grit sollten stets zur Verfügung stehen, da Grit die Verdauung unterstützt.
    • Gesundheit und Hygiene: Entfernen Sie regelmäßig den Kot und wechseln Sie die Einstreu, um Atemwegserkrankungen vorzubeugen. Viele Züchter bieten ihren Tauben einmal pro Woche ein Bad mit zugesetzten Desinfektionsmitteln an, um Federparasiten wie Federmilben zu bekämpfen. Eine Impfung gegen Paramyxovirose wird für alle Rassen empfohlen.
    • Bewegung und geistige Beschäftigung: Ziertauben wie Pfautauben können in Volieren gehalten werden, profitieren aber trotzdem von täglichem Freiflug außerhalb der Voliere, sofern dies sicher möglich ist. Brieftauben benötigen ein systematisches Flugtraining. Bei einzeln gehaltenen Tauben können Spielzeug oder Spiegel für Abwechslung sorgen und Langeweile vorbeugen.
    • Hinweise zur Zucht: Die Brutsaison beginnt typischerweise im Frühjahr. Stellen Sie geeignete Nistschalen und Nistmaterial wie Stroh oder Kiefernnadeln bereit. Für brütende Weibchen ist außerdem eine ausreichende Calciumversorgung wichtig. Einige Rassen, wie Kropftauben, benötigen aufgrund ihrer Größe möglicherweise zusätzliches Calcium.

    Die täglichen Routinen, sozialen Interaktionen und besonderen Verhaltensweisen verschiedener Taubenrassen zu beobachten, gehört zu den schönsten und spannendsten Aspekten der Taubenhaltung. Wer diese Entdeckungsfreude auch auf die vielfältige Vogelwelt im eigenen Garten ausweiten möchte, kann mit einem smarten Futterspender noch genauer und bequemer beobachten, wie unterschiedliche Vogelarten ans Futter kommen, miteinander interagieren und ihre ganz eigene Persönlichkeit zeigen.

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    Häufig gestellte Fragen zu Taubenrassen

    Sind Tauben und Turteltauben dasselbe?

    Beide gehören zur Familie der Taubenvögel (Columbidae). Im Allgemeinen sind Turteltauben eher kleiner und haben einen spitz zulaufenden Schwanz, während Tauben meist größer sind und einen runderen Schwanz haben. Die beiden Bezeichnungen werden jedoch häufig synonym verwendet.

    Wie lange leben Haustauben?

    Bei guter Pflege werden Haus- und Rassetauben in der Regel 10 bis 15 Jahre alt, manche erreichen sogar ein Alter von 20 Jahren. Verwilderte Haustauben in Städten haben aufgrund von Fressfeinden, Straßenverkehr und Krankheiten eine deutlich kürzere durchschnittliche Lebenserwartung, wie Daten des Cornell Lab of Ornithology zeigen.

    Kann ich eine einzelne Taube als Haustier halten?

    Ja, aber Tauben sind gesellige Schwarmtiere. Eine einzelne Taube baut eine enge Bindung zu ihrem Besitzer auf und benötigt täglich viel Zuwendung, um sich wohlzufühlen. Sie neigen dazu, sich ein Leben lang zu paaren und bilden starke und treue Paarbindungen.

    Fliegen alle Tauben nach Hause?

    Nein. Nur Brieftauben und bestimmte Renntaubenrassen verfügen über diese Fähigkeit. Den meisten Zuchtrassen fehlt der Orientierungsinstinkt, weshalb sie niemals im Freien freigelassen werden sollten.

    Ist die Taubenhaltung teuer?

    Die Anschaffungskosten für einen Taubenschlag und die ersten Vögel sind moderat, und die laufenden Kosten für Futter, Nahrungsergänzungsmittel und tierärztliche Versorgung bleiben für die meisten Hobbyzüchter erschwinglich. Vögel in Ausstellungsqualität können jedoch hohe Preise erzielen.

    Fazit

    Von den akrobatischen Tümmlertauben bis hin zu den imposanten Kropftauben spiegelt jede Taubenrasse Generationen gezielter Zucht, kultureller Traditionen und unterschiedlicher Zuchtziele wider. Mit weit über 350 anerkannten Haustaubenrassen und einer großen Vielfalt an verwilderten Tauben gibt es tatsächlich für nahezu jedes Interesse die passende Taube – ob für den Taubensport, Ausstellungen, als Haustier oder zur Erhaltung traditioneller Rassen.

    Wer weiß, wie Tauben klassifiziert werden, ihre Eigenschaften miteinander vergleicht und die Haltung an den jeweiligen Taubentyp anpasst, trägt zum Wohlbefinden der Vögel bei und kann gleichzeitig eine besonders bereichernde Erfahrung in der Taubenhaltung machen, ganz gleich, ob als Anfänger oder erfahrener Aussteller.